So klingen Hochzeitsgedichte aus dem Generator. Darunter steht jeweils, was im Formular eingetragen war.
Jacke, Herz und Ja
Lisa und Tobias, ihr tratet ans Zelt.
Es roch nach Erde und nach warmem Regen.
Aus Verlorensein entstand die Welt,
weil sich zwei Schultern in die Jacke legen.
Ihr wiegt euch zwischen Funkenlicht und Klang.
Wenn Lisa sprüht, hält Tobias den Schritt.
Aus Sturm wird euer schräger, schöner Gang.
Der trägt und hält, ein sicherer Tritt.
Am Küchentisch wird Alltagsgold ganz frisch.
Ein leises Ja aus Krümeln, Tee und Zeit.
Das Herz legt seinen Mut auf den Tisch.
Und Zukunft nickt, sie steht bereit.
Und wird das Einparken zum kleinen Ziel,
dann lacht die Luft beim wechselnden Lenken.
Ihr lacht darüber, macht daraus ein Spiel.
Denn Rechthaben heißt bei euch: sich schenken.
So zieht, Lisa und Tobias, gute Wege,
mit einer Jacke, die für beide reicht.
Ich wünsche Halt in Sonne, Sturm und Segen
und Wärme, die bleibt und nie entweicht.
Diese Angaben standen im Formular
Lisa und Tobias, Kennenlernen im Regen auf dem Festival, lang zum Vortragen
Euer Lied auf Lebenswegen
Anna und Kilian, es begann im Chor.
Ein Notenblatt wurde leise zum Versteck.
Aus geliehener Tinte wuchs ein Tor.
Ihr hieltet fest, und niemand wich ins Eck.
Sie ordnet sanft, er träumt und hält die Zeit.
Im Auto wird aus Alltag ein Duett.
Aus Takt und Wärme wächst Verlässlichkeit.
Die Straße wird zur Bühne, ihr Parkett.
Vor den Schlüsseln kam schon Nero an.
Ihr trugt die Kisten leicht, das Ziel war klar.
Was nötig ist, das steht bei euch im Plan.
Wir Eltern wünschen Segen, Jahr für Jahr.
Diese Angaben standen im Formular
Anna und Kilian, kennengelernt im Chor, Gruß der Eltern in drei Strophen im Kreuzreim
Unser Haltestellenversprechen
Sarah, an der Haltestelle begann mein Glück.
Wir kamen zu spät, und die Zeit blieb stehen.
Seitdem trägt uns die Küste voller Ideen.
Ich ließe jeden Bus vorbei und käme zurück.
Diese Angaben standen im Formular
An Sarah, kennengelernt an der Bushaltestelle im Januar, kurz und feierlich zur Trauung
Schlüssel finden, einander halten
Nina und Philipp, es begann beim Tragen,
ein Kühlschrank ohne Griff, in vier Etagen.
Er schnaufte laut, sie hielt die Türe auf.
Und seitdem nimmt das Leben diesen Lauf.
Er sucht die Schlüssel morgens noch im Flur,
sie hält den Mantel hin und zeigt zur Uhr.
Ein kurzer Blick, und ihr seid schon im Takt.
So habt ihr euren Alltag klug gepackt.
Am Freitag duftet warm der kleine Herd,
und was die Woche kostete, hat Wert.
Ihr sitzt zu zweit, der Teller wird geteilt,
und niemand merkt, wie schnell der Abend eilt.
Ich halte heute nur die beiden Ringe,
ihr haltet euch, das sind die größeren Dinge.
Bleibt so verdreht, so warm und zugewandt,
dann findet jeder Schlüssel seine Hand.
Diese Angaben standen im Formular
Nina und Philipp, kennengelernt beim Umzug eines Freundes, Rede des Trauzeugen, vier Strophen im Paarreim, humorvoll
Vom Schulhof bis zum Grat
Johanna, wir sind Freundinnen seit Jahren,
vom Schulhof bis zu diesem hellen Tag.
Ich habe deine Stürme miterfahren
und weiß genau, warum dein Herz ihn mag.
Elias fragte oben auf dem Grat,
der Nebel hing, ihr wart schon halb erfroren.
Du sagtest Ja, noch ohne jeden Rat,
und habt den Weg nach unten fast verloren.
Du stehst nicht gern vor sieben Uhr schon auf,
er stellt den Kaffee leise an dein Bett.
So nimmt bei euch der Morgen seinen Lauf,
zwei Menschen, unterschiedlich und komplett.
Ich wünsche euch ein Haus mit weiten Türen,
in dem sich abends jeder Streit noch legt,
und Hände, die euch durch die Jahre führen,
und Mut, der euch auch morgen noch bewegt.
Diese Angaben standen im Formular
Johanna und Elias, Antrag beim Wandern im Allgäu, Rede der Trauzeugin und besten Freundin, vier Strophen im Kreuzreim
Gruß aus dem Büro
Miriam, bei uns hältst du die Tabellen klar,
kein Zahlendreher blieb bei dir je unsichtbar.
Nun hat sich Sven in deine Spalten eingetragen,
und keine Formel kann ihn wieder je verjagen.
Wir gönnen dir das Fest und diesen Mann
und wünschen euch, dass Freitag früher enden kann.
Bleibt neugierig, bleibt albern, bleibt genau,
und teilt euch beides, Sonne wie auch Grau.
Diese Angaben standen im Formular
Miriam aus dem Controlling heiratet Sven, Glückwunsch der Kollegen, zwei Strophen im Paarreim, augenzwinkernd
Statt Topf und Teller
Sophie und Daniel, wir schenken keinen Topf,
kein Tuch, kein Glas, kein Kissen für den Kopf.
Im Umschlag wartet Norden, Fjord und Fahrt,
ein Stück von eurer Reise, gut verwahrt.
Nehmt Wind und Salz und lange helle Zeit.
Wir wünschen euch dazu Beständigkeit.
Diese Angaben standen im Formular
Sophie und Daniel, Karte zum Geldgeschenk für die Hochzeitsreise nach Norwegen, sechs Zeilen im Paarreim
Vom Baumhaus bis zum Ja
Mein Bruder Tim, wir teilten Zank und Zeit.
Du bautest hinterm Schuppen dir ein Haus.
Ich reichte Nägel, du warfst Späne raus.
Wir waren laut und selten still zu zweit.
Dann stand Clara eines Abends vor der Tür,
sie brachte Lieder in dein stilles Zimmer.
Du hast gesungen, schief, doch fröhlich immer.
Sie hatte für dein Lachen ein Gespür.
Heut halte ich für dich nicht Nägel, keine Bretter,
ich wünsche euch ein Dach für alle Tage.
Bleibt neugierig genug für jede Frage
und haltet euch, auch bei sehr rauem Wetter.
Diese Angaben standen im Formular
Tim und Clara, Gedicht der großen Schwester über Kindheit und Baumhaus, drei Strophen im umarmenden Reim
Ein gutes Wort am Abend
Marlene, Hendrik, nehmt den alten Rat:
Ein gutes Wort am Abend hält euch nah.
Wir sind seit sechzig Jahren beide da
und wissen, Liebe ist vor allem Tat.
Diese Angaben standen im Formular
Marlene und Hendrik, kurzer Segensvers der Großeltern, vier Zeilen im umarmenden Reim, schlicht und feierlich
Ein Stuhl mehr am Tisch
Frida, du bist früh aus unserem Haus gegangen,
mit einem Koffer und zwei Töpfen nach Hamburg.
Ich habe dich nie zurückgewünscht,
nur sonntags, für zehn Minuten am Telefon.
Dann sprachst du von Samuel,
von Nachtschichten, von Brot, das er mitbringt,
von einem Menschen, der leise bleibt,
wenn alles andere laut wird.
Heute gebe ich dich nicht weg.
Ich stelle nur einen Stuhl dazu.
Bleibt euch nah, auch wenn die Woche zieht,
und ruft an, wenn Sonntag ist.
Diese Angaben standen im Formular
Frida und Samuel, Gedicht des Bruders über den Sonntagsanruf nach Hamburg, drei Strophen ohne Reim, nachdenklich
Ein Topf für zwölf
Paula und Nils, ihr fandet euch beim Kochen,
ein Topf für zwölf, wir waren nur zu viert.
Wir haben lange über ihn gesprochen,
bis Paula merkte, dass sie sich verliert.
Dann kam ein Sommer und ein rostiges Rad,
ihr fuhrt zur Ostsee, ohne Karte, ohne Ziel.
Ihr schobt die letzten Kilometer auf dem Pfad,
und keiner klagte, denn es war nicht viel.
Ihr kocht noch heute mehr, als jemand braucht,
und unsere Teller stehen stets bereit.
Bleibt so, auch wenn der Alltag einmal raucht,
und gebt euch gegenseitig Ruhe und Zeit.
Diese Angaben standen im Formular
Paula und Nils, kennengelernt in der gemeinsamen WG-Küche, Gruß des Freundeskreises, drei Strophen im Kreuzreim, humorvoll
Im Weinberg euer Wort
Rebekka, Simon, heute steht der Hang im Licht,
die Reben stehen ruhig um euch her.
Ihr gebt euch heute Wort und Zuversicht,
und morgen ist der Weg nicht halb so schwer.
Rebekka, du fährst oft noch nachts zum Stall,
wenn dort ein Tier auf deine Hände wartet.
Und Simon hält den Kaffee warm, im Fall,
dass eure kurze Nacht um vier erst startet.
Wir wünschen euch die langsam reifen Jahre,
wie guter Wein, der Zeit im Dunkeln fand,
ein Haus, in dem sich Ruhe leicht bewahre,
und immer eine zweite, nahe Hand.
Diese Angaben standen im Formular
Rebekka und Simon, Trauung im Weinberg bei Freiburg, Braut ist Tierärztin, Gruß von Onkel und Tante, drei Strophen im Kreuzreim