So klingen Gedichte zum 80. Geburtstag aus dem Generator. Darunter steht jeweils, was im Formular eingetragen war.
Mittelpunkt seit achtzig Jahren
Oma Ruth, heute sind es achtzig Jahre.
Aus wenig hast Du Heimat gebaut.
Dein Mut ist das, was ich bewahre.
Wir haben Deinem Rat vertraut.
Am Sonntag stand die Tafel bereit.
Zwölf Teller, und für jeden ein Platz.
Der Kaffee dampfte, wir hatten Zeit.
Die Nähe war der wahre Schatz.
Auf Deinem Balkon wächst der Fleiß.
Beim Rätsel bleibt Dein Kopf ganz klar.
Du bist die Mitte, fester Kreis.
Wir wünschen Lachen, Jahr für Jahr.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Ruth wird 80, Sonntagstafel für zwölf Leute, feierlich
Leise Jahre, weiter Blick
Mama, achtzig Kreise hat dein Jahrwerk gedreht.
Ich höre späte Töne, die früher fehlten.
Du trugst uns durch die Jahre, ohne Worte.
Dein Schweigen war ein Haus, wir schliefen darin.
Zwei Kinder, eine Schulter, lange Nächte.
Du hörtest mehr, als du gesagt hast.
Auf dem Balkon wuchs Frieden zwischen Töpfen.
Im Radio liefen Konzerte, du schriebst uns.
Achtzig Jahre, erst heute ahne ich ihre Weite.
Wie viel in deinen Händen blieb.
Mama, ich danke dir und wünsche leichte Morgen.
Möge dein Balkon atmen, jeder Tag behutsam.
Diese Angaben standen im Formular
Mama wird 80, zwei Kinder allein großgezogen, drei nachdenkliche Strophen ohne Reim
Achtzig am Gartenzaun
Lieber Erich, Nachbar seit Jahren,
wir haben viel am Zaun erfahren.
Du mähst am Sonntag, trotz Verbot,
und hilfst danach, als sei es Gebot.
Mit achtzig hast du den besten Rasen,
ich wünsche dir noch helle Phasen.
Diese Angaben standen im Formular
Nachbar Erich wird 80, Gartenzaun und der ewige Streit um den besten Rasen, kurz im Paarreim
Achtzig Jahre unter dem Apfelbaum
Heinrich, du pflanztest einst den Apfelbaum,
da waren deine Kinder noch ganz klein.
Heut wirft er über Tisch und Bank den Raum,
und alle passen unter ihn hinein.
Du hast die Laube Stück für Stück gebaut,
mit altem Holz und Nägeln aus der Kiste.
Der Zaun steht schief, doch keiner hat geschaut,
und jeder Sommer kam auf deine Liste.
Die Rente kam vor fünfundzwanzig Jahren,
seitdem gehört dir jeder Morgen ganz.
Du gießt vor sieben, ruhig und erfahren,
und abends liegt auf allem später Glanz.
Nun sitzt dein Urenkel auf deinem Schoß,
und greift nach Äpfeln, die er nicht erreicht.
Du hebst ihn hoch, die Freude ist zu groß,
und achtzig Jahre werden plötzlich leicht.
Wir wünschen dir Gesundheit, milde Zeit,
und Sonntage, an denen alle kommen.
Wir wünschen dir noch Ernten, hell und weit,
und Stunden, die dir niemand hat genommen.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Heinrich wird 80, Schrebergarten mit selbst gepflanztem Apfelbaum und erstem Urenkel, fünf feierliche Strophen im Kreuzreim
Achtzig Jahre, warme Maschen
Elfriede, deine Lampe brennt bis spät,
die Nadeln klappern leise in der Hand.
Aus grauem Garn ein Muster, das entsteht,
und morgens hängt ein Schal an unserer Wand.
Mit achtzig strickst du Söckchen, weich und klein,
für deine Urenkelin, geboren im März.
Du sagst, das müsse rechtzeitig fertig sein,
und legst in jede Masche etwas Herz.
Wir danken dir für alles, was du gabst,
für Wolle, Wärme und für lange Jahre.
Wir wünschen dir, dass du noch Freude hast,
und dass ein leichter Winter dich bewahre.
Diese Angaben standen im Formular
Tante Elfriede wird 80, strickt für die neue Urenkelin, drei Strophen im Kreuzreim, herzlich
Achtzig Jahre und der Taubenschlag
Walter, im Morgengrauen kommt der Tag,
du öffnest wie seit Jahren deinen Schlag.
Die Tiere kreisen, kommen heim zu dir,
und du zählst nach, es fehlt dir nie ein Tier.
Mit achtzig pfeifst du noch den alten Ton,
und jede deiner Tauben kennt ihn schon.
Diese Angaben standen im Formular
Onkel Walter wird 80, Taubenzucht seit Jahrzehnten, kurze Karte im Paarreim, humorvoll
Achtzig Jahre, gleicher Tisch
Hildegard, seit fünfzig Jahren teilen
wir Kuchen, Kaffee und ein offenes Wort.
Wir ließen manche alte Wunde heilen,
und trugen Schweres miteinander fort.
Jetzt wirst du achtzig, und wir sitzen noch,
auch wenn wir langsamer die Stufen steigen.
Du trägst den Streuselkuchen selber hoch,
und keine von uns kann dabei schweigen.
Ich wünsche dir Gesundheit, feste Schritte,
und Donnerstage, die noch lange gehen.
Du bist seit fünfzig Jahren unsere Mitte,
und darum bleiben wir bei dir stehen.
Diese Angaben standen im Formular
Freundin Hildegard wird 80, seit fünfzig Jahren dasselbe Kaffeekränzchen am Donnerstag, drei Strophen im Kreuzreim, herzlich
Achtzig Jahre am Klavier
Waltraud, das Klavier steht seit sechzig Jahren
an derselben Wand, ein wenig verstimmt.
Du spielst am Nachmittag, wenn niemand da ist,
und keiner weiß, was du dabei denkst.
Du hast als junge Frau Unterricht gegeben,
in Wohnzimmern, für wenig Geld, mit viel Geduld.
Die Kinder von damals haben eigene Kinder,
und einige spielen noch immer.
Achtzig Jahre, und die Hände bleiben klug.
Sie finden die Tasten schneller als der Kopf.
Ich wünsche dir Nachmittage ohne Eile,
und ein Zimmer, in dem der Ton noch lange steht.
Diese Angaben standen im Formular
Schwiegermutter Waltraud wird 80, hat jahrzehntelang Klavierunterricht gegeben, drei nachdenkliche Strophen ohne Reim
Achtzig Züge, ruhige Hand
Vater, du sitzt am Brett und denkst dich fort.
Die Uhr läuft weiter, doch du nimmst dir Zeit.
Du brauchst für einen guten Zug kein Wort,
und wartest, bis der Plan im Kopf gedeiht.
Seit vierzig Jahren gehst du dienstags hin,
ins Hinterzimmer, wo die Bretter warten.
Die Jungen spielen schnell und ohne Sinn,
und du lässt sie in ihre Fehler starten.
Mit achtzig sitzt du immer noch am Tisch,
und keiner deiner Gegner ist entspannt.
Dein Blick ist alt geworden, doch noch frisch,
und ruhig liegt die Figur in deiner Hand.
Wir wünschen dir Gesundheit, klare Tage,
und dienstags deinen Platz und noch ein Spiel.
Wir wünschen dir viel Freude ohne Klage,
und Zeit, denn davon hattest du nie viel.
Diese Angaben standen im Formular
Vater Günter wird 80, seit vierzig Jahren im Schachclub, vier Strophen im Kreuzreim, feierlich
Achtzig Jahre, alte Bilder
Karl, du holst am Abend Dias raus.
Der Kasten rattert wie vor vierzig Jahren.
Wir sehen uns als Kinder, wie wir waren,
und lachen achtzig Jahre lang durchs Haus.
Diese Angaben standen im Formular
Bruder Karl wird 80, Dia-Abende mit den alten Familienbildern, vier Zeilen im umarmenden Reim, augenzwinkernd
Achtzig Jahre am Fenster
Anneliese, du kennst das ganze Haus,
kein Paket im Flur geht ohne dich hinaus.
Du weißt, wer kommt, und weißt, wer wieder geht,
und wessen Rad seit Wochen falsch dort steht.
Mit achtzig hältst du alles gut im Blick,
und jeder Nachbar wünscht dir heute Glück.
Diese Angaben standen im Formular
Nachbarin Anneliese wird 80, gute Seele der Hausgemeinschaft, kurze Karte im Paarreim, humorvoll
Achtzig Jahre in einer Stadt
Otto, du gehst noch immer jeden Morgen
die gleiche Straße bis zur Bäckerei.
Du grüßt die Leute, kennst sie und ihre Sorgen,
und niemand geht hier grußlos an dir vorbei.
Du hast die Stadt in Trümmern noch gesehen,
und später jedes neue Haus gezählt.
Du bleibst an manchen Ecken lange stehen,
und hast uns oft von damals viel erzählt.
Mit achtzig wird der Weg ein wenig länger,
der Stock ist neu, doch du gehst trotzdem los.
Die Welt um dich wird leiser und wird enger,
und trotzdem ist die Tüte Brötchen groß.
Wir wünschen dir noch viel gesunde Zeit,
und Straßen, die dich sicher weitertragen.
Du warst für jeden da, du warst bereit,
und keiner musste dich um Hilfe fragen.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Otto wird 80, geht seit Jahrzehnten täglich zum Bäcker und kennt die Stadt seit dem Wiederaufbau, vier nachdenkliche Strophen im Kreuzreim