So klingen Gedichte für Oma aus dem Generator. Darunter steht jeweils, was im Formular eingetragen war.
Herz aus Dorf und Faden
Oma Gerda, Dein Dorf wurde mein Land.
Ich lief Dir nach, gehalten von der Hand.
Die Freitage rochen nach Puffer und Duft.
Das Fenster war offen, die Pfanne sang zur Luft.
Du zeigtest mir Maschen, Geduld wie ein Faden.
Aus Fehlversuchen wurde Stoff ohne Schaden.
Und wenn ich stockte, fandst Du Zeit.
Dein Ohr blieb offen, Dein Blick blieb weit.
Du bist der Tafel Herz, die feste Mitte.
Du hältst uns nah beisammen, ohne Bitte.
Kaum steh ich in der Tür, steht ein Teller.
Ich liebe Dich, bei Dir wird alles heller.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Gerda hat Geburtstag, Ferien auf dem Dorf, Kartoffelpuffer, Stricken
Wo du bist ist Weihnachten
Oma Marlies, bei dir beginnt das Fest.
Dein Zimt wird Stern, und jede Kerze glüht.
Und jedes Päckchen raschelt bis zum Rest.
Weihnachten ist, wo du bist und Liebe blüht.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Marlies zu Weihnachten, Zimtsterne seit fünfzig Jahren, kurze Karte im Kreuzreim
Am Küchentisch, am Fluss
Oma Elli, du warst der ruhige Grund.
Als Mutter fort war, trugst du das Haus.
Ich wuchs an deinem Blick, der mehr fragte.
Still und klug, nie sprachst du von dir.
Nachmittags der Tisch, die Hefte offen.
Deine Hand am Rand, das Radio murmelte.
Du fragtest einmal und ließest die Stille arbeiten.
Ich lernte Geduld, die Zahlen wurden vertraut.
Am Fluss gingst du neben mir, nie voraus.
Schilf strich ans Ufer, Worte lagen leicht.
Oma Elli, ich habe nie danke gesagt.
Darum schreibe ich heute und halte dich fest.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Elli einfach als Dankeschön, Hausaufgaben am Küchentisch, drei ruhige Strophen ohne Reim
Achtzig Kerzen für Oma Hilde
Oma Hilde, achtzig Kerzen sind entfacht.
Der Kirschkuchen steht schon bereit auf dem Tisch.
Du hast ihn wie jedes Jahr selbst gemacht.
Die Blumen aus deinem Garten leuchten frisch.
Am Donnerstag beginnt bei dir das Spiel.
Du mischst die Karten ruhig, Blatt für Blatt.
Du gewinnst oft, doch das ist nicht dein Ziel.
Du willst nur, dass die Runde Stimmen hat.
Wir sitzen hier und danken dir dafür,
dass immer noch ein Stuhl für uns bereitsteht.
Kaum klingelt es, dann öffnest du die Tür,
und keiner merkt, wie schnell der Abend geht.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Hilde wird 80, Rommé am Donnerstag und Kirschkuchen, drei Strophen im Kreuzreim, herzlich
Rosen am Zaun
Oma Traudl, zum Muttertag kommen wir.
Die Rosen am Zaun stehen leuchtend und rot.
Du schneidest sie morgens, dann backst du dein Brot.
Für all diese Jahre: wir danken es dir.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Traudl zum Muttertag, Rosen im Vorgarten und selbst gebackenes Brot, vier Zeilen im umarmenden Reim
Oma Rosi schickt Sprachnachrichten
Oma Rosi, dein Handy ist selten allein.
Du sprichst jede Nachricht mit Nachdruck hinein.
Drei Minuten am Stück, und am Ende noch mehr,
denn das Auflegen fällt dir bis heute schwer.
Du fragst uns um sechs, ob wir alle gesund,
und schickst noch ein Bild von dem Nachbarschaftshund.
Bleib laut, Oma Rosi, bleib gründlich und nah.
Wir hören dich gern, denn dann bist du fast da.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Rosi und ihre langen Sprachnachrichten, zwei Strophen im Paarreim, augenzwinkernd
Neunzig Jahre Oma Änne
Oma Änne, heute wirst du neunzig Jahr.
Du sitzt am Fenster, hell scheint dir das Licht.
Wir sehen jede Reise im Gesicht.
Und niemand weiß so gut, wie lang es war.
Ihr zogt mit einem Bündel aus dem Haus.
Der Winter war hart, und der Weg war weit.
Ihr teiltet ein Brot und ein Bett zu zweit.
Du trugst deine kleine Schwester mit hinaus.
Du hast dir dein Leben aus Arbeit gebaut.
Aus Steinen im Boden wuchs Kohl und wuchs Klee.
Du warst in der Küche im Sommer, im Schnee.
Du hast deiner Kraft mehr als allem vertraut.
Heut sind wir gekommen und feiern mit dir.
Du erzählst, und dein Blick geht weit über Land.
Wir hören dir zu und wir halten die Hand.
So viel Leben, wir tragen es weiter von hier.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Änne wird 90, als Kind mit einem Bündel geflohen, vier Strophen im umarmenden Reim, feierlich und nachdenklich
Oma Linde wird Uroma
Oma Linde, heut hältst du den Kleinen im Arm.
Die Decke ist weich und die Küche ist warm.
Vier Namen, vier Zeiten an einem Tisch,
der Kaffee wird kalt, doch die Freude bleibt frisch.
Du summst ihm das Lied, das schon Mama gekannt.
So geht unsere Reihe von Hand zu Hand.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Linde wird zum ersten Mal Urgroßmutter, vier Generationen am Küchentisch, eine kurze Strophe im Paarreim
Sommer an der Ostsee
Oma Bärbel, im Juli gehörst du dem Meer.
Du packst uns seit Jahren dieselbe Kiste ein.
Der Wind kommt von vorne, das Laufen wird schwer.
Wir folgen dir trotzdem, wir wollen dabei sein.
Du zeigst uns die Krebse im flachen Revier.
Wir suchen nach Bernstein und finden nur Glas.
Du sammelst es trotzdem und freust dich mit mir.
Und keiner von uns hatte jemals mehr Spaß.
Wir sind längst erwachsen, du fährst immer noch.
Der Koffer wird kleiner, du sitzt schon im Sand.
Wir kommen im Juli und finden dich doch
im Windschatten wartend, das Tuch in der Hand.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Bärbel und die Sommerwochen an der Ostsee, Bernstein und Strandkorb, drei Strophen im Kreuzreim, herzlich
Was du mitnimmst
Oma Gisela, das Haus ist jetzt leer.
Vierzig Jahre standen in diesen Räumen.
Du hast jede Schublade selbst sortiert
und dabei niemanden weinen lassen.
Die Kaffeemühle kam mit, der Sessel auch,
und das Bild von Opa aus dem Flur.
Der Rest ging fort, ganz ohne großes Aufheben.
Du sagst, es sei genug für den Anfang.
Jetzt steht dein Tisch an einem neuen Fenster.
Der Blick geht auf Kastanien statt auf Feld.
Du deckst schon wieder für Besuch mit ein.
Wo du bist, Oma, ist ein Platz für uns.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Gisela zieht aus dem Haus in eine kleine Wohnung, Umzug und Abschied, drei reimlose Strophen, nachdenklich
Oma Käthes Stimme
Oma Käthe, bei dir war die Küche voll Klang.
Du hast beim Kochen gesummt, und der Abend war lang.
Am Klavier saßest du in der Dämmerung gern.
Wir hörten von oben die Töne von fern.
Im Kirchenchor standest du achtundzwanzig Jahr.
Die zweite Stimme war deine, das war immer klar.
Du hast keinen Sonntag im Advent verpasst
und jede Probe im Kalender erfasst.
Du hast mir die Finger aufs Klavier gelegt.
Ich habe gepatzt, doch du bliebst unbewegt.
Du zähltest den Takt und du wartetest still.
So lernt man Geduld, wenn man weiterkommen will.
Jetzt singst du nicht mehr jeden Sonntag im Chor.
Doch summst du beim Abwasch dein Lied wie zuvor.
Und wenn wir dich hören, dann sind wir daheim.
Dein Lied trägt uns weiter, es braucht keinen Reim.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Käthe, Kirchenchor und Klavierstunden am Nachmittag, vier Strophen im Paarreim zum Vortragen
Was deine Hände nähten
Oma Marianne, du hast es selbst gemacht.
Die Spitze am Schleier lag wochenlang bereit.
Du hast an dem Saum bis zum Abend gewacht.
Und nichts an dem Stoff verrät diese Zeit.
Ich saß als Kind neben dem Korb mit dem Band.
Du hast mir das Fädeln in Ruhe erklärt.
Was ich dann verzog, nahmst du still in die Hand,
und hast mich mit keinem Wort je belehrt.
Heut stehe ich hier, und die Kirche ist voll.
Du sitzt in der ersten Reihe und weinst.
Der Schleier ist leicht, doch er wiegt, wie er soll.
Du bist mir heut näher, als du selber meinst.
Diese Angaben standen im Formular
Oma Marianne hat den Brautschleier genäht, Nähkorb und Hochzeitstag, drei Strophen im Kreuzreim, dankbar