So klingen Gedichte für Opa aus dem Generator. Darunter steht jeweils, was im Formular eingetragen war.
Frühmorgen, Werkbank und Wir
Opa Heinz, du führst mich an den Kanal.
Die Posen glühen matt am grünen Rand.
Du sagtest leise, Ruhe sei Signal.
Ich glaubte dir mehr als dem Verstand.
Du liefst daneben, ich wackelte durch Gassen.
Der Morgen roch nach Öl und kühlem Wind.
Du ließest los, und ich begann zu fassen.
Seitdem fährt Mut in mir wie ein Kind.
Im Keller summt die Zeit an deiner Werkbank.
Du schraubst und lachst und nippst an deinem Bier.
Es hält die Ruhe, und dafür mein Dank.
Was klemmt, machst du wieder heil, bei mir.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Heinz hat Geburtstag, Angeln am Kanal, Werkstatt im Keller
Bollerwagen und Herz
Opa Kurt, am Vatertag rollt dein Gefährt.
Seit vierzig Jahren zieht es dich unbeschwert.
Der Bollerwagen klappert, du grüßt im Revier.
Und irgendwo steht schon ein Kasten Bier.
Im Regen sagst du trocken, früher war es schlimmer.
Bleib so, Opa Kurt, dein Witz trägt uns immer.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Kurt zum Vatertag, Bollerwagen und dieselbe Runde seit vierzig Jahren, kurz und humorvoll
Auf festem Grund
Opa Friedrich, das Zimmer trägt Applaus.
Fünfundachtzig, und dein Blick bleibt heiter.
Was du beginnst, geht gründlich immer weiter.
Seit sechzig Jahren heißt dies Dach dein Haus.
Aus rohem Acker formtest du dein Land.
Im Obstgehölz reift Sommerduft in Räumen.
Du misst den Rasen nach, bis an die Säume.
Wir lachen leise, danken deiner Hand.
Am Sonntag hältst du Maß in festem Tritt.
Dein Takt klingt wie Musik auf hellen Wegen.
Die Geschichten tragen uns durch jeden Regen.
Wir gehen neben dir und finden Schritt.
Opa Friedrich, wir stehen auf deinem Grund.
Du bautest Stein für Stein Geduld ins Leben.
In diesem Haus darf jeder Antwort geben.
Was du begonnen hast, bleibt unser Fund.
Zum Fest reicht dir die Runde ihren Preis.
Die Kerzen brennen hell und treffen Herzen.
Wir tragen deinen Mut durch Glück und Schmerzen.
Und gehen weiter, Hand in Hand, im Kreis.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Friedrich wird 85, aus einem Acker wurde sein Garten, fünf feierliche Strophen zum Vortragen
Opa Willi und die Bienen
Opa Willi, du wirst heute fünfundsiebzig Jahr.
Am Morgen stehst du schon am Bienenhaus.
Der Schleier sitzt, dein Griff ist ruhig und klar.
Du nimmst die Waben Stück für Stück heraus.
Du sagst, ein Volk verlangt vor allem Zeit.
Du hörst ihm zu, wenn es im Kasten summt.
Du bist für jeden Schwarm im Dorf bereit
und weißt schon vorher, wann der Regen kommt.
Im Keller steht der Sommer, Glas an Glas.
Du gibst ihn weiter, nimmst dafür kein Geld.
Wir danken dir, und heute weißt du was:
Du bist der ruhigste Mann auf dieser Welt.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Willi wird 75, Imker mit eigenen Völkern und Honig im Keller, drei Strophen im Kreuzreim
Opa Gerd am Heiligabend
Opa Gerd, dein Bart sitzt jedes Jahr etwas schief.
Die Enkel erkennen den Mantel sofort.
Sie spielen es mit und verraten kein Wort.
Dein Lachen im Flur klingt am Ende zu tief.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Gerd spielt an Weihnachten den Weihnachtsmann, kurze Karte im umarmenden Reim, humorvoll
Opa Rudi im Stadion
Opa Rudi, du hältst deinem Verein die Treue.
Du schimpfst jeden Sonntag und gehst wieder aufs Neue.
Der Schal ist verwaschen, die Farben sind blass.
Du trägst ihn im Winter und hast deinen Spaß.
Du nahmst mich mit acht in die Kurve hinein.
Ich verstand nichts vom Spiel, doch ich wollte dabei sein.
Wir stehen noch immer und singen zu zweit.
Bleib gesund, Opa Rudi, wir haben noch Zeit.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Rudi und sein Verein, Stadionbesuche seit der Kindheit, zwei Strophen im Paarreim, herzlich und humorvoll
Unter Tage
Opa Josef, du fuhrst in den Berg jeden Tag.
Der Korb ging um sechs, als das Dorf noch lag.
Du kamst mit dem Staub in den Falten zurück
und wuschst dir das Schwarz von der Stirn Stück für Stück.
Du sprachst nicht viel über den Lärm und den Schacht.
Du hast über anderes lieber gelacht.
Am Küchentisch lag deine Zeitung bereit,
der Kaffee war stark und du nahmst dir die Zeit.
Ich habe als Kind einmal ängstlich gefragt.
Du hast nichts von Furcht, nur von Freunden gesagt.
Da unten, so sagtest du, zählt jeder Mann,
weil keiner allein wieder hochkommen kann.
Die Zeche ist zu, doch der Turm steht noch dort.
Das Gras wächst darüber, es fährt keiner fort.
Du gehst dort spazieren und zeigst mir das Tor.
Ich sehe dich größer als je zuvor.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Josef war dreißig Jahre auf der Zeche, Frühschicht und Zusammenhalt, vier Strophen im Paarreim zum Vortragen
Schach mit Opa Theo
Opa Theo, dein Schachbrett steht immer bereit.
Am Sonntag um drei ist der Kaffee gemacht.
Du ziehst ohne Eile, du nimmst dir die Zeit.
Ich habe als Kind kaum ein Spiel überdacht.
Du hast mich als Kind nie gewinnen gelassen.
Ein Sieg ohne Mühe, der zählte dir nicht.
Ich lernte zu warten und Ruhe zu fassen.
Heut spiele ich remis, und du strahlst im Gesicht.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Theo und die Schachpartie am Sonntagnachmittag, zwei Strophen im Kreuzreim, nachdenklich und warm
Was du nie gesagt hast
Opa Alfons, wir gingen sonntags am Wald entlang.
Du sprachst wenig, ich redete für uns beide.
Du hast mich dabei nie unterbrochen.
Das war deine Art, mir zuzuhören.
Am Waldrand bliebst du immer kurz stehen.
Du zeigtest auf den Bussard, ohne ein Wort.
Wir warteten, bis er zwei Kreise gezogen hatte.
Dann gingen wir weiter, langsamer als vorher.
Ich weiß bis heute wenig von deiner Jugend.
Du hast das Erzählen den anderen überlassen.
Aber ich weiß, wie deine Jacke roch
und dass du immer auf der Straßenseite gingst.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Alfons und die Sonntagsspaziergänge am Wald, sein Schweigen als Zuwendung, drei reimlose Strophen
Wind am Steinhuder Meer
Opa Bernd, du hast mir das Ruder gegeben.
Ich war neun, und der Wind drehte plötzlich auf mich.
Du saßest daneben, ich hielt mich an dich.
Seitdem trägt mich Wasser durchs halbe Leben.
Wir legten dann ab, wenn die anderen gingen.
Du lasest den Wind an den Wellen genau.
Der Himmel war weit und das Wasser war grau.
Wir hörten die Leinen am Mast leise singen.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Bernd und das Segelboot am Steinhuder Meer, das erste Mal am Ruder, zwei Strophen im umarmenden Reim
Opa Hans und das frühe Licht
Opa Hans, du gingst los, als die Stadt noch schlief.
Um vier war der Ofen schon heiß und bereit.
Der Duft in dem Treppenhaus zog warm und tief.
Wir wachten schon auf, doch dir fehlte die Zeit.
Vierzig Jahre lang hast du das Brot gemacht.
Die Hände sind rissig, das Mehl sitzt darin.
Du hast über müde Gesichter gelacht
und schobst uns ein Hörnchen beim Weggehen hin.
Der Laden trägt heute schon lange fremde Namen.
Du gehst dort vorbei und du bleibst kurz stehen.
Der Duft ist derselbe, das Fenster, der Rahmen.
Wir sehen dich lächeln und wollen dich verstehen.
Heut wirst du schon achtzig, der Tisch ist gedeckt.
Wir stehen um dich und wir zünden das Licht.
Du prüfst unseren Kuchen und nickst, gut geschmeckt.
Was du uns gegeben hast, endet hier nicht.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Hans wird 80, vierzig Jahre Bäcker mit Frühschicht, vier Strophen im Kreuzreim, feierlich
Opa Detlefs Geheimnis
Opa Detlef, du kaufst uns das Eis vor dem Essen.
Du sagst, das wird Mama bestimmt gleich vergessen.
Wir halten seit Jahren zusammen und dicht.
Und Mama, die weiß es, doch sagt sie es nicht.
Diese Angaben standen im Formular
Opa Detlef und das heimliche Eis vor dem Mittagessen, vier Zeilen im Paarreim, augenzwinkernd